Das Blasheim-Archiv
Der ehemalige Sprecher des Heimatvereins, Walter Hoffmann, hatte in seiner Eigenschaft als Ortsheimatpfleger schon seit langen Jahren alles an Dokumenten zusammengetragen, was einen Bezug zu unserem Dorf Blasheim hatte. Viele Ordner stapelten sich dadurch in seinem Büro im Wohnhaus an der Hauptstraße – und der Platz wurde knapp. Außerdem musste eine Ordnung in diese Menge an Papier gebracht werden, da das meiste nur nach Jahrgängen in Ordnern einsortiert war. Walter hatte daraufhin mit der Leiterin des Stadtachivs Lübbecke, Frau Droste, gesprochen und von ihr die Zusage erhalten, dass diese Unterlagen künftig im Archiv der Stadt Lübbecke aufbewahrt werden können und damit auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich sein würde. Dazu ganz unten noch mehr.
Nun musste es an die Arbeit gehen: Mitstreiter für die Organisation mussten gefunden werden, ein Ort für die Bearbeitung musste gefunden werde, da ein normales Büro platzmäßig nicht ausreichen würde. Für beides war schnell eine Lösung gefunden: zwei Mitglieder des Heimatvereins, Heiner Schröder und Heinrich Diekmeyer sagten zu, bei dieser Arbeit zu helfen. Und im Domizil des Heimatvereins, das alte Spritzenhaus, war Platz vorhanden, um die Sortierarbeiten und weiteres durchzuführen.
Im Frühjahr 2019 konnte es dann losgehen. Von der Kirchengemeinde Blasheim wurden 3 große Aktenschränke übernommen, die im Kirchenbüro nicht mehr benötigt wurden. Diese Schränke wurden dann im südlichen Anbau des Spritzenhauses aufgestellt.
Jetzt konnte die eigentliche Arbeit losgehen:
von Walter Hoffmann wurden die Ordner ins Spritzenhaus verbracht, aus einigen Ordnern wurde der Inhalt entnommen und auf große Haufen gestapelt. Viele Dokumente waren in Plastikhüllen gesteckt – für eine Archivierung so nicht geeignet. Alles musste entnommen werden und auf andere Haufen umgeschichtet werden. Aus Zeitungen ausgeschnittene Artikel mussten auf A4-Papier geklebt werden.
Dann eine erste Sichtung: was haben wir denn? Was für Themen sind das? Eine erste grobe Liste wurde erstellt und eine Sortierung nach diesen Themen begann.

Geleerte Ordner, geleerte Plastikmappen und Dokumente in Zwischenordnern, Pappschachteln und lose.

Viel Arbeit: durchsehen, einordnen, doppelte heraussuchen und ……
Zwischenzeitlich wurden auch schon die Mappen besorgt, in denen künftig im Stadtarchiv das ganze Material aufbewahrt werden sollte. Anfangs musste jedes Mal, wenn im Spritzenhaus eine Veranstaltung des Heimatvereins stattfand, alles aus dem großen Raum in den Anbau umgepackt werde, da ja sonst kein Platz für die Heimatvereins-Mitglieder gewesen wäre. Im Jahr 2020 brach dann die Corona-Pandemie aus – anfangs wusste niemand so richtig, wie damit umzugehen war. Das Vereinsleben stockte, nicht nur bei unserem Heimatverein. Auch die Archivierungsarbeiten wurden zunächst eingestellt, dann aber Ende 2020 langsam wieder aufgenommen. Einen Vorteil hatten wir dadurch: das Material musste nicht jedes Mal wieder abgeräumt werden und beim nächsten Termin wieder zurückgeholt werden, da ja selten andere Veranstaltungen im Heimathaus stattfanden.
Das inzwischen nach Themen sortierte Material musste nun meist nach Datum sortiert werden, in Listen erfasst und in die weißen Archivmappen gepackt werden. Wenn ein Mappeninhalt komplett und sortiert war, wurde eine Nummerierung auf den einzelnen Seiten mit Bleistift notiert und eine Liste des Mappeninhalts erstellt. Die Nummerierung wurde teilweise in 10-er-Sprüngen notiert, damit später auch noch Seiten eingefügt werden konnten, ohne auf den nachfolgenden Seiten Änderungen durchzuführen.

In den weißen Mappen werden die Unterlagen künftig im Stadtarchiv verwahrt.

Auch Bücher, Poesiealben, Broschüren und anderes wurde von den Blasheimern an
Walter Hoffmann, der damals auch Ortsheimatpfleger war, übergeben und konnten
dadurch für die Nachwelt erhalten bleiben.

Schön, dass im alten Blasheimer Spritzenhaus so viel Platz war.

Hier ein Bild vom damaligen Vorsitzenden des Heimatvereins –
Walter Hoffmann, der die meisten Unterlagen des Blasheim-Archivs
zusammengetragen hat.
Walter Hoffmann ist leider im Dezember 2021 verstorben, aber die eigentlichen Arbeiten waren inzwischen fast fertig. Heinrich Schröder und Heinrich Diekmeyer erledigten dann noch den Rest. Und nachdem dann ein Termin mit Frau Droste vom Stadtarchiv Lübbecke abgesprochen war, wurden mit Hilfe von Friedhelm Bartling sämtliche Unterlagen nach Lübbecke zum Stadtarchiv gebracht. Hier erfolgt künftig die Verwahrung und Betreuung, die dank technischer und personeller Möglichkeiten dort viel besser möglich ist. Wer sich für Inhalte unseres „Blasheim-Archivs“ interessiert, kann sich gerne an das Stadtarchiv Lübbecke wenden. Hier die Kontaktdaten: Stadtarchiv Lübbecke, Wiehenweg 33, 32312 Lübbecke. Telefon: 05741 276411, E-Mail: c.droste@luebbecke.de . Öffnungszeiten: Montags bis Donnerstags von 8.00 bis 11.30 Uhr und nach Vereinbarung.
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Damit man sich ein besseres Bild vom Inhalt der gesamten Archivunterlagen machen kann, sind hier zwei Dokument-Verlinkungen eingefügt:
► Zunächst eine Übersicht der Themen, unter denen die Inhalte wiederzufinden sind: 16 Themengruppen beinhalten 150 Untergruppen – hier die Archivunterlagen-Übersicht
► Die Auflistung der Seiteninhalte zu den Untergruppen sind in der folgenden Datei zu finden: Inhalte_gesamt
Aber bitte bedenken: die Archivdokumente sind nur über das Stadtarchiv einzusehen.