Groß-Eikel und Klein-Eikel
Groß-Eikel und Klein-Eikel
Nördlich des Bruchflachweges in Blasheim ist am Ende einer längeren Zufahrt ein Gebäudekomplex zu finden: das ehemalige Gut (Groß-) Eikel. Hier wollen wir einige Informationen zu den ursprünglichen zwei Blasheimer Gütern geben – Groß- und Klein-Eickel.
Über Gut Groß-Eikel und Klein-Eikel ist in der Literatur nur spärlich etwas zu finden.
Ein informationsreicher Artikel ist im Jahre 2010 in den Stockhauser Blättern erschienen. Gerd Niemeyer, der damalige sehr engagierte Ortsheimatpfleger von Stockhausen, hat recherchiert und in der Ausgabe 23 von 2010 einen ausführlichen Artikel über Groß Eickel und Klein-Eikel veröffentlicht. Zusätzlich gibt es in der Literatur einige kleinere Artikel, so wie z. B. in dem Buch 1000 Jahre Blasheim, in dem über die ehemaligen und bestehenden Güter im Kirchspiel Blasheim (Stockhausen, Blasheim, Obermehnen) berichtet wurde. Unser Artikel hält sich hauptsächlich an dem Artikel in den Stockhauser Blättern, wo die wesentlichen Details von Groß-Eikel und Klein-Eikel beschrieben wurden und der Quelle Wikipedia.
Das Gut Eickel, früher als „Echolte“ bekannt, liegt im Ortsteil Blasheim der Stadt Lübbecke im Kreis Minden-Lübbecke. Es handelt sich um ein historisches Rittergut mit Wurzeln, die vermutlich bis vor das Jahr 1183 zurückreichen. Ein Hinweis darauf ist die Erwähnung eines Ritters Echolte, was auf die frühe Existenz des Gutes hindeutet.
Der Begriff Haus Eikel ist im Grunde nicht ganz zutreffend, weil es seit dem Mittelalter an dieser Stelle, sehr nahe beieinander, zwei Rittersitze praktisch gleichen Namens gab. Sie unterschieden sich nur dadurch, dass das eine Groß-Eikel und das andere Klein-Eikel hieß. Es spricht vieles dafür, dass Klein-Eikel als eine Art Nebensitz von Groß-Eikel gegründet wurde. Allerdings gehörten die beiden adeligen Häuser über Jahrhunderte verschiedenen Besitzern und waren in vollem Maße eigenständig.
Groß-Eikel wird schon im 14. Jahrhundert als Mindener Lehngut erwähnt und befand sich im Besitz einer Familie von Gropeling. Das Gut kam dann in den Besitz der Familie von Schloen gen. Tribbe und später ca. 1630 vermutlich durch Heirat an Familie von Hanxleden, die 1706 auch Klein-Eikel erwarb. Die Hanxledens waren 1744 so verschuldet, dass beide Rittergüter versteigert wurden und von Elisabeth von Vincke erworben wurden.
Deren Nachkommen besaßen die Häuser bis 1859, als sie den Gutshof Groß–Eikel mit einem Teil der Ländereien an den Colon Kröger verkauften. Die anderen Grundflächen beider Rittergüter wurden parzelliert und den Bauern der Umgebung zum Kauf angeboten. Beide adeligen Häuser wurden damit als Rittersitze aufgelöst.
Wenn man sich die heutige Hofanlage anschaut fällt die große Toreinf ahrt auf. Rechts neben der Toreinfahrt ist ein Wappenschild angebracht. Auf dem Wappenschild ist einmal links ein Türanker zu sehen und rechts vermutlich die Initialen CHVH (Cord Henrich von Hanxleden) und BAVK (Bertha Anna von Kettler).
Der Türanker ist ein Teil des Wappens des Dorfes Blasheim geworden.
Über das Gut Klein-Eickel ist noch weniger bekannt. Gelegen hat es wohl südöstlich vom Gut Groß-Eikel unweit der Eikeler Straße. Überreste dieses Gutes sind nicht zu sehen. Eventuell ist Klein-Eickel ursprünglich ein Teil des Gutes Groß-Eikel gewesen. Erwähnt wurde es erstmals im Jahre 1611 – Besitzer war damals Kaspar von Hadewig. Danach gehörte es der Familie Cornberg und später ist es auf die Familie von Hanxleden übergegangen und 1859 an örtliche Bauern verkauft wie auch die Ländereien von Groß-Eickel.

Ein Bild aus der heutigen Zeit mit Gräfte und Torbogen.
Rechts über dem Torbogen ist das Wappen zu sehen

Ein etwas älteres Bild der Hofanlage mit Torbogen und Gräfte


Auf dem Wappenschild ist einmal links ein Türanker zu sehen und rechts vermutlich die Initialen CHVH (Cord Henrich von Hanxleden) und BAVK (Bertha Anna von Kettler).

Ein Katasterauszug von 1830
